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Das Verbundprojekt PaludiAllianz

Am 30. April 2024 übergab Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir die Förderbescheide für das knapp dreijährige Projekt PaludiAllianz an die Umweltstiftung Michael Otto, die Michael Succow Stiftung und die Universität Greifswald, beide Partner im Greifswald Moor Centrum.

Die Idee

Cem Özdemir (2 von rechs) übergibt die PaludiAllianz-Förderbescheide an Claudia Bühler (UMO), Dr. Franziska Tanneberger (UG) und Jan Peters (MSS)
Cem Özdemir (2.v.r.) übergibt die PaludiAllianz-Förderbescheide an Claudia Bühler (Umweltstiftung Michael Otto), Dr. Franziska Tanneberger (Universität Greifswald) und Jan Peters (Michael Succow Stiftung) (v.l.n.r.) (Foto: Marc Beckmann/toMOORow)

Ein umfassender, sozialverträglicher und akzeptierter Moorschutz kann nur gelingen, wenn Torferhalt, produktive Land- und Forstwirtschaft und biodiversitätsfördernde Nutzungsweisen in Einklang gebracht werden.

Damit Landwirt*innen zur Vernässung der von ihnen bewirtschafteten Moorflächen bereit sind, müssen sie dauerhaft gesicherte Nachfrage- und Einkommenspotenziale mit der Biomasse aus nasser Bewirtschaftung (Paludikultur) erkennen. Dies kann nur über den Aufbau von skalierungsfähigen Wertschöpfungsketten gelingen.

Die toMOORow-Initiatoren Umweltstiftung Michael Otto und die Michael Succow Stiftung haben sich dieser Aufgabe angenommen. Gemeinsam mit weiteren Partnern im Greifswald Moor Centrum haben sie die Allianz der Pioniere gegründet und zusammen mit der Universität Greifswald (UG) das Verbundvorhaben PaludiAllianz ins Leben gerufen. Dieses Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Der Weg

Das Verbundvorhaben PaludiAllianz hat zum Ziel, die Unternehmen in der „Allianz der Pioniere“ bei der Pilotierung innovativer Verwertungen und Produktentwicklungen aus Paludikultur-Biomasse zu beraten und zu unterstützen. 

Dafür sollen sie in bestehende und neu aufzubauende Netzwerke eingebunden und in diesem Transformationsprozess organisatorisch und fachlich begleitet werden. Wenn dies erfolgreich ist, wird eine umfassende Nachfrage nach Paludikultur-Biomasse geschaffen, die entscheidend zur Einkommenssicherung der Landwirt*innen beitragen und somit großflächigen Moorschutz ermöglichen kann. Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von knapp drei Jahren (01.03.2024-31.12.2026) und beinhaltet fünf Aufgabenschwerpunkte.

Aufgaben der Projektpartner

  • Wissenstransfer: Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen für relevante Akteur*innen und Partner innerhalb und außerhalb der PaludiAllianz

  • Auf- und Ausbau von skalierbaren Wertschöpfungsketten mit Paludikultur-Biomasse für unterschiedliche Verwertungsoptionen

  • Aufbau, Organisation und strategische Weiterentwicklung der PaludiAllianz sowie Netzwerkarbeit

  • Biomassebereitstellung aus Landwirtschaft durch Netzwerkaufbau und Aufbau einer digitalen „Paludikultur-Biomassebörse“.

  • Ermittlung und Sicherung der Biomasse-Qualität sowie Unterstützung bei der Optimierung der Biomasse-Aufbereitung

Bundesminister Cem Özdemir
„Wiedervernässte Moore sind unsere natürlichen Verbündeten beim aktiven Klimaschutz – aber das geht nur, wenn wir Lösungen mit den Betroffenen finden. Für die Landwirtschaft muss es sich lohnen, mitzumachen und klimafreundlich zu wirtschaften. Viele Bauernfamilien leben seit Generationen auf Moorstandorten, ihre Vorfahren haben das Land mühsam urbar gemacht – das sollten wir nicht vergessen. Nasse Nutzung in Paludikultur ist dann interessant, wenn die Biomasse und die Produkte am Markt abgesetzt werden können. Wertschöpfungsketten müssen dafür angepasst oder ganz neu aufgebaut werden – hier kann die verarbeitende Wirtschaft mit ihrem Know-how einen entscheidenden Beitrag leisten. Die vom BMEL über die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe geförderte toMOORow PaludiAllianz unterstützt diese Initiative der Unternehmen und verbindet sie mit der Landwirtschaft. So kann Paludikultur gelingen.“
Bundesminister Cem Özdemir (Foto: BMEL/Janine Schmitz/Photothek)

Die Verbundpartner

  • Umweltstiftung Michael Otto (UMO)

    Die UMO verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 1993 das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und nachfolgenden Generationen einen zukunftsfähigen Planeten zu erhalten. Sie versteht sich als Zukunftslabor für den ökologischen Umbau in Deutschland und richtet ihren Fokus auf die großen Land- und Wassernutzungskonflikte.

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  • Michael Succow Stiftung (MSS) – Partner im Greifswald Moor Centrum

    Die MSS ist national wie international operativ tätig und setzt seit über 25 Jahren Projekte zu Klimaschutz, Schutzgebieten, zukunftsfähiger Landnutzung sowie zur Nachwuchsförderung um. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung von Mooren weltweit – u.a. in der brandenburgischen Sernitzniederung.

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  • Universität Greifswald (UG) – Partner im Greifswald Moor Centrum

    Die Moorforschung spielt eine wesentliche Rolle im zentralen Forschungsansatz der UG: „Umwelt und Mensch im Wandel – Probleme und Lösungen“. Das Konzept der Paludikultur wurde an der UG entwickelt, in zahlreichen Projekten erforscht und erprobt, so dass es ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft darstellt.

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Förderer und Projektträger

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

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  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)

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Björn Köcher
Leitender Projektkoordinator PaludiAllianz / toMOORow bei der Umweltstiftung Michael Otto

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