Skip to main content

Die neue Palu-Richtlinie – Durchbruch für skalierten Moorklimaschutz mit Paludikultur

Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landwirt Sebastian Petri bei der Pressekonferenz. Copyright: BMUKN/ Sascha Hilgers

Mit der Palu-Richtlinie ermöglicht das Bundesumweltministerium Förderung in Höhe von 1,75 Milliarden Euro bis Ende 2029 für Wiedervernässung und Paludikultur von bis zu 90.000 Hektar entwässerter Moorflächen. Damit sehen viele Fachleute zentrale politische Weichen für die Skalierung von Wertschöpfungsketten für Paludikultur-Produkte gestellt.

„Wir freuen uns sehr, dass diese weltweit einzigartige Richtlinie nun nach intensiver Vorbereitung und Abstimmung mit der EU-Kommission fertiggestellt wurde. Die Voraussetzungen für einen Durchbruch beim Moorklimaschutz sind nun so gut wie lange nicht!“, so Dr. Franziska Tanneberger, Co-Leiterin des Greifswald Moor Centrum.  

Besonders am neuen Förderprogramm ist zum einen, dass es neben der Finanzierung von Planung, Beratung und Durchführung der Wiedervernässung auch die Kompensation der Ertrags- und Wertverluste durch die Umstellung beinhaltet und zusätzlich der Aufbau von Wertschöpfungsketten für Paludikultur-Produkte unterstützt. Zum anderen richtet sich das Programm nicht nur an Bewirtschaftende, sondern an alle Akteure, die für eine dauerhafte Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorflächen zusammenwirken müssen. Dazu gehören beispielsweise auch Flächeneigentümer*innen, Wasser- und Bodenverbände sowie Unternehmen und Zusammenschlüsse zur Verarbeitung und Vermarktung von Paludikultur. Die Umsetzung der Förderrichtlinie übernimmt die Landwirtschaftliche Rentenbank. Auch geschulte Moormanager*innen und Regionalagenturen für den Natürlichen Klimaschutz in den Ländern sollen in Zukunft Ansprechpartner dafür sein.  

„Viele Landwirt*innen und Flächeneigentümer*innen stehen in den Startlöchern: Sie wollen etwas für ihre Moorflächen, die Wasserverfügbarkeit und den Klimaschutz tun und in die vielversprechende nasse Nutzung mit Paludikultur einsteigen. Mit der Palu-Richtlinie bekommen sie nun die Unterstützung, die sie brauchen, um die oftmals hohen Anfangsinvestitionen stemmen zu können“, so Jan Peters, Geschäftsführer der Michael Succow Stiftung. 

Claudia Bühler, Vorständin der Umweltstiftung Michael Otto, betont zudem: „Für die Unternehmen der Allianz der Pioniere, die in neue Wertschöpfungsketten investieren und Pilotprodukte mit Biomasse aus wiedervernässten Mooren entwickeln, ist die Rohstoffsicherheit ein entscheidender Faktor. Insofern sind wir froh, dass die neue Palu-Richtlinie nun verabschiedet wurde und damit die Rahmenbedingungen für die zukünftige Versorgung mit Paludi-Biomasse aus Deutschland geschaffen wurden.”

Die Palu-Richtlinie kann einen entscheidenden Impuls für die Skalierung von Paludikultur setzen. Dafür kommt es auf eine schnelle und praxistaugliche Umsetzung an. Für landwirtschaftliche Betriebe ist es entscheidend, Planungssicherheit und tragfähige Vermarktungswege für die entstehende Biomasse zu haben. Genau dafür legen wir in unserer toMOORow-Intiative und mit der Allianz der Pioniere den Grundstein. Für die Wirtschaftsunternehmen braucht es zusätzliche gezielte Marktanreizprogramme und zielgruppengenaue Beratung, damit Paludikultur auch wirtschaftlich eine echte, dauerhafte Perspektive bietet.